1989 brachte Nintendo-Legende Gunpei Yooko den originalen Game Boy auf den Markt und verkörperte damit seine Philosophie des „lateralen Denkens mit veralteter Technologie“. Auf dem Papier wirkte sein reflektierender, monochromer LCD-Bildschirm ohne Hintergrundbeleuchtung im Vergleich zu den Farb-Konkurrenten Atari Lynx und Sega Game Gear archaisch.

Doch diese bewusste Hardware-Genügsamkeit brachte unschlagbare Vorteile mit sich: einen erschwinglichen Startpreis von 89 US-Dollar und eine außergewöhnliche Batterieausdauer. Der Game Boy bot bis zu 30 Stunden ununterbrochenes Gameplay mit vier AA-Batterien, während die batteriefressenden Farbkonkurrenten sechs Batterien in weniger als drei Stunden leersaugten.

Die Handheld-Revolution: Vom Game Boy bis heute
Die Handheld-Revolution: Vom Game Boy bis heute

Nintendos Präsident Hiroshi Yamauchi versetzte den entscheidenden Schlag, indem er Alexey Pajitnovs Tetris als Beilegekassette für das System sicherte. Tetris verwandelte den Game Boy von einem Spielzeug in ein allgegenwärtiges kulturelles Lifestyle-Accessoire, das von Pendlern und Studenten gleichermaßen geliebt wurde.

1996 durch Satoshi Tajiris Pokémon Rot & Blau wiederbelebt, verkaufte sich die Game Boy-Familie weltweit über 118 Millionen Mal und schuf das Fundament für Nintendos langlebiges Handheld-Imperium.